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Nackte Väter Nackte Väter (Taschenbuch)

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Nackte Väter

Schöffling & Co 2004
ISBN 3-89561-274-x
D: € 18,90
A: € 19,50
CH: SFR 34,30
 

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Margit Schreiner hat Humor und Witz, nicht jenen der plaudernd offensiven Sorte, sondern einen, der manchmal hintergründig, manchmal ein bisschen grausig ist, aber die Spannung niemals abflaut oder mildert. Ein Gebiss, einzige Hinterlassenschaft des Vaters, steht im Bad in einem Wasserglas gleich neben der Teilprothese der Erzählerin. Sie erinnert sich: "Komm, lass dich umarmen, Vati. Und du drehst dich, während ich an deinem Hals hänge, im Kreis. Um uns herum fliegt der blaue Himmel, und die eine weiße Wolke kehrt immer schneller wieder. Wenn dir selbst schwindelig wird, kannst du dich in die andere Richtung drehen, und ich fliege auch in die andere Richtung unter dem sich drehenden Himmel."

Rezensionen

„Bücher über alltägliche Verstrickungen sind selten spektakulär. Dieses ist spektakulär, weil es sich intensiv auf eine alltägliche Verstrickung einlässt... Schreiners neuer Roman ist eine Chronik des Verdrängten, und darin liegt sein Reiz. Eine Erzählerin, die in der Mitte des Lebens steht, begibt sich an die Ränder des Bewußtseins, widmet sich den ersten und den letzten Tagen, dem Trost-Brotkrumen in der Kinderschürze und dem Anblick eines Sterbenskranken. Auf diese Weise aktiviert die Autorin beim Leser verschüttete Erinnerungen – vor allem daran, dass sich im Kleinen, fast vergessenen der Kern des Daseins verbergen kann.“
Der Spiegel

„Auch wenn die Zuneigung des Mädchens zu ihrem Vater und umgekehrt etwas ganz besonderes oder gar einmaliges sein mag, die Atmosphäre bei Lichteinfall durch Ritzen von Blendläden oder Empfindungen wie Angst, Sorgen, Hilflosigkeit kennt jeder. Natürlich, nicht jeder wird das so genau aufschreiben können, dass es einem nahe geht und schmerzt und einem bisweilen mächtig zum Heulen ist. Margit Schreiner kann das...“
Die Weltwoche

„Unerbittlich ist diese Erzählerin freilich nicht aus Mitleidlosigkeit, sondern in ihrem Willen, standzuhalten, auch den leiblichen Niedergang sprachlich zu benennen und das lange Sterben im doppelten Sinne des Wortes wahrzunehmen – es anzusehen und in seiner finalen Wahrheit zu erkennen.“
Literatur und Kritik

„Wer sich auf Margit Schreiners kurzen Roman vom langen Abschied einlässt, den lässt er nicht los:“
Süddeutsche Zeitung

„Das Schöne an ihrem Roman ist, dass er uns lehrt, auf unser eigenes Leben zu schauen mit jener Gelassenheit, die uns lehrt, auf unser eigenes Leben zu schauen mit jener Gelassenheit, die, jenseits der Werturteile. Einfach nur wahrnimmt und in diesem zulassen den wirklichen Reichtum der Welt entdeckt.“
Berliner Morgenpost

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stand: 18.02.2008